26./27.04. – Seminar mit Jochen Fiebrantz „Hilfe, ich habe den Hut auf …“

10 Teilnehmer stellten sich dem Thema „Herausforderung Lei­tung“ … Jochen selber auch.

Denn dieses Seminar war etwas fremd für ihn, da er als Missions­sekretär der Allianzmission vor allem mit der Begleitung Süd-Ost-Asiens befasst ist. Er meisterte diese Herausforderung hervor­ragend, hilfreich, vertiefend, in­spirierend und zielführend. Und auch Kenntnisse aus Vietnam flossen immer wieder ein. So be­richtete er, dass dort der Pastor wie eine Spinne im Netz ist. Alle Fäden hält er in der Hand, alles wird von ihm koordiniert, alles wird mit ihm abgesprochen. Wo hingegen heute eher die kooperative Leitung gefragt sei – wie beim Wildwasserrafting, wo jeder an seinem Platz seine Aufgabe ausfüllt.

Jochen lieferte mehrere Impulse, die zum Nachdenken anregten. Ent­scheidend für das Thema Leitung ist z. B. der Spannungsbogen zwischen Mensch und Ergebnis. Die Leitung, die sich nur am Menschen orientiert, wird wenig Ergebnisse erzielen. Wer nur die Ergebnisse im Blick hat, ver­liert die Menschen aus dem Blick. Der ideale Bereich ist somit in der Mitte. Vom Teamgedanken ausgehend, entwickelte Jochen auch die Notwendigkeit von verschiedenen Rollen in einem Team: Entwickler, Voranbringer, Umset­zer und Verbesserer stehen z. T. in Konkurrenz zueinander, können sich aber auch idealerweise wunderbar ergänzen. Die Schwächen des einen, können durch die Stärken des anderen ergänzt werden.

Am 2. Tag dachten wir über eine ideale Leiterschaftskultur der Zukunft in unserer Gemeinde nach:
Was läuft gut? Was könnten wir verbessern? Wo lauern Gefahren? Wovor haben wir Angst? Außerdem sammelten wir ge­meinsam Ideen, wie Mitar­beiter jetzt ermutigt werden können mehr Verant­wortung zu übernehmen, wie es auch gelingt, neue Mitarbeiter und Leiter zu gewinnen.

Am Ende standen Vorschläge für konkrete nächste Schritte, die uns als Lei­tungskreis, aber auch alle anderen Leiter herausfordern:

· Eine gute Analyse des IST-Zustandes (Wer leitet wo? Wer ist für was verantwortlich? Wo ist jemand nicht eingebunden? Wo sind Zuständig­keiten unklar?)

· Eine Art 5-10-Jahres-Plan als Umsetzung der Vision anstreben.

· Ein Kon­zept für eine Belebung der Hauskreise entwickeln (z. B. jedes Jahr einen „Flohmarkt“ haben, wo neue Angebote für Gruppen präsentiert werden und alte Gruppen enden dürfen)

· Einzelne Bereiche gezielt fördern (z. B. unsere Mutter-Kind-Gruppe)

· Lieber die Prozesse in der Gemeinde ansehen und entwickeln, als viel Pro­gramm machen

· Für die Kinderarbeit ein größeres Konzept entwickeln

Es waren intensive Stunden, für die ich sehr dankbar bin und die uns in die­ser wichtigen Frage weitergebracht haben.   

Axel Gärtner

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